Wechseljahre beim Mann – Teil 1

Lesedauer 4 Minuten

Midlife-Crisis als Vorbote der Wechseljahre

Kennen Sie das auch? Irgendwann ab dem 40sten Lebensjahr eines Mannes scheint sich das Leben plötzlich zu verschlechtern. Es beginnt ganz langsam, beinahe schleichend. Jeden Tag ein paar Wehwehchen mehr, immer weniger Lust auf Sex und die alltäglichen Herausforderungen machen auch keinen Spaß mehr.

Und je älter man als Mann wird, umso heftiger wird das Ganze. Viele Männer stürzen dann in ein emotionales Loch. Diese Situation wird gerne auch als Midlife-Crisis bezeichnet. In dieser Phase beginnt sich der Hormon-Haushalt zu verändern. Der Anteil an Testosteron im Hormonspiegel im Blut wird bei Männern ab dem 40. Lebensjahr geringer. Jedes Jahr verlieren Männer etwa ein Prozent ihres Hormons Testosteron.

Das Gute ist, dass die Midlife-Crisis nicht für immer anhält. Manche Männer erholen sich innerhalb weniger Monate, andere brauchen dafür mehrere Jahre. Die Ursache allerdings bleibt. Der Körper produziert immer weniger Testosteron, was letzten Endes die Wechseljahre beim Mann einleitet.

Von einer Midlife-Crisis zur Andropause

Mediziner bezeichnen den immer weiter fortschreitenden Rückgang des Testosteronspiegels bei alternden Männern als Andropause (Wechseljahre). Circa ab dem Alter von 55-60 Jahren können sich die entsprechenden Symptome verstärken. Ähnlich der Wechseljahre von Frauen kommt es auch bei Männern zu erheblichen Veränderungen, körperlich wie psychisch. Diese Phase geht zumeist mit klinischen Symptomen sexueller Natur einher: von einer erektilen Dysfunktion bis hin zur Minderung der Libido und der Zeugungsfähigkeit.

Folgende Symptome bringen Wechseljahre bei Männern mit sich

Während das Thema Wechseljahre bei Frauen (Menopause) ausreichend wissenschaftlich erforscht wurde und es klare Erkenntnisse gibt, trifft das auf die Andropause bei Männern weniger zu. Bis vor wenigen Jahren wurde noch vehement bestritten, dass es die Wechseljahre für Männer überhaupt gibt. Die Wissenschaft ging davon aus, dass solche Symptome allein durch den natürlichen Alterungsprozess entstehen. Aber warum ist das Ganze überhaupt so ein Tabuthema?


Körperliche Schwäche als Tabuthema unter Männern
Die Antwort auf die Frage ist vermutlich gesellschaftlich bedingt. Während Frauen in unserer leistungsorientierten Gesellschaft körperlich schwach sein dürfen, müssen Männer immer stark sein. Männer gehen voran, sind Entscheider und fechten Probleme notfalls körperlich aus. Aber gerade der Körper verliert im Alter an Kraft. Denn Testosteron ist unter anderem auch für den Muskelaufbau des Körpers zuständig. Je geringer anabole Stoffe im Blut sind, desto weniger wird der Muskelaufbau stimuliert und die Muskelmasse nimmt ab.

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Psychische Schwächen sind ebenfalls tabu

Aber das ist noch nicht alles. Viele Männer klagen in dieser Lebensphase über verminderte Konzentrationsfähigkeit, Abgeschlagenheit, Energielosigkeit, Müdigkeit und Motivationsmangel. Tendenziell gehen Männer dann dazu über, ihren finanziellen und beruflichen Status zu erhalten. Die Lust an neuen Herausforderungen und am Ausprobieren schwindet, was gerade für Unternehmer zu einem Problem werden kann. Als Entscheider im Unternehmen braucht man nämlich die Kraft und Lust Tag für Tag neue Risiken einzugehen, um wirtschaftliche Ziele zu erreichen.

Krisenbedingte Reaktionen sind keine gute Lösung

Besonders psychisch belastend kann es werden, wenn Männer unter Erektionsstörungen oder Libidoverlust leiden. Schnell wird die Schuld beim Partner gesucht, da man sich seine Schwäche nicht eingestehen möchte.
Überhaupt neigen Männer in den Wechseljahren zu merkwürdigem Verhalten. Langjährige und glückliche Beziehungen werden plötzlich in Frage gestellt. Beschäftigungsverhältnisse werden voreilig gekündigt, um sich anschließend in unüberlegte Abenteuer zu stürzen.
Und alles nur, weil man das Gefühl hat, dass etwas fehlt. Aber ist diese Art und Weise der richtige Umgang, um seine Schwächen zu kompensieren? Eventuell, vielleicht aber auch nicht. Diese Entscheidung muss jeder Mann für sich selbst treffen. Pauschale Antworten gibt es für solche Situationen nicht.

Keine unüberlegten Entscheidungen treffen

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, Entscheidungen überlegt zu treffen. Hier können Gespräche mit guten Freunden, Mentoren oder Personen des Vertrauens hilfreich sein. Und in ganz schlimmen Phasen gibt es auch noch die Hilfe von Experten wie Psychotherapeuten oder Lebens-Coaches.
Viele Menschen scheuen sich am Anfang davor, professionelle Hilfe zu suchen. Aber nachdem die ersten Berührungsängste überwunden sind, sind viele sehr erstaunt, wie hilfreich eine Therapie sein kann. Tut man nichts gegen seine Lebenskrise, sind Crashs unvermeidlich. Bevor Sie also Ihre mühsam erarbeitete Karriere oder Beziehungen über den Haufen werfen, holen Sie sich besser Hilfe!

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Geben Sie nicht auf, ankämpfen hilft!

Ich weiß, in einer Phase der Schwäche ist das Kämpfen das Letzte, was man möchte. Dennoch, wer aufsteht, um etwas an seinem Leben zu verändern, macht einen Schritt aus der Krise heraus.


Als nächstes sollte man seinen Hausarzt aufsuchen, um sich durchchecken zu lassen. Denn nicht nur die altersbedingten Wechseljahre können die oben beschriebenen Symptome verursachen. So können auch Schilddrüsen- oder Leber-Erkrankungen an der Minderung der Testosteron Produktion Schuld sein.
Zudem kommt hinzu, dass wir im Alter dazu neigen, weniger zu schlafen und uns zu bewegen. Kommen dann noch schlechte Essensgewohnheiten, übermäßiger Alkohol- oder Zigaretten-Genuss mit ins Spiel, sinken die Testosteron Werte ebenfalls.

Es wird Zeit für Gegenmaßnahmen!

Das Alter ist keine Ausrede, um sein Leben nicht zu verändern. Hier vier Maßnahmen, die Sie gegen Ihre Wechseljahre ergreifen können:
Bei Übergewicht hilft Sport und aktive Bewegung. Wussten Sie, dass beispielsweise Kraftsport den Testosteron Spiegel nachweislich steigert? Also ab ins nächste Fitness-Center.

Des Weiteren sollten Sie Ihren Stoffwechsel wieder in Schwung bringen. Auch das steigert Ihre Testosteron Produktion. Hierbei spielt eine gute und abwechslungsreiche Ernährung eine wichtige Rolle.
Und vermeiden Sie unbedingt Stress. Stress-Hormone beschleunigen den Alterungsprozess und können Auslöser für alle möglichen Krankheiten sein.

Ausreichender und qualitativer Schlaf tut Ihrem Körper und Ihrer Psyche gut. Im Schlaf verarbeiten wir Stress, der Körper regeneriert sich und wir tanken neue Kraft für den nächsten Tag.

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Weiterlesen – Teil 2 – Die Andropause – Wechseljahre beim Mann

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