Männergrippe – kein Vergnügen

Lesedauer 5 Minuten

Frauen und Männer leiden anders. So urteilt der Volksmund, wenn es um die subjektive Wahrnehmung bei Krankheiten geht. Dabei wird Männern im Allgemeinen unterstellt, dass Sie mehr leiden als Frauen, wofür Männer in der Regel auch durch den Kakao gezogen werden. Aber ist denn wirklich etwas dran, an dem Mythos der Männergrippe und den unterschiedlichen Krankheitsverläufen. Zunächst gilt es ein paar objektive Sachverhalte zusammenzutragen. Frauen sind gegenüber Männern im Vorteil, weil sie gesünder leben. D.h. sie ernähren sich ausgewogener, bewegen sich mehr und vor allem gehen sie häufiger zum Arzt.

Männer leiden erst einmal und schleppen sich erst dann in die Arztpraxis, wenn das Kind schon längst in den Brunnen gefallen ist. Dieser Effekt ist auch nach den Wechseljahre Mann immer noch zu beobachten, obwohl der Männergesundheit ab 55zig gerade dann besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Ein Grund für heftigere Verläufe ist schlichtweg Bequemlichkeit, falscher Stolz oder das was man uns Männer schon immer eingebläut hat – „ein Indianer kennt keinen Schmerz“

Witz 3

Anzeige

Ein weiterer Faktor für das unterschiedliche Verhalten bei Erkältungen ist die Art und Weise, wie wir Männer „leiden“, wenn wir dann mal leiden. Frauen sind tatsächlich objektiv betrachtet schmerzempfindlicher und das steht in krassem Widerspruch zur Art und Weise, wie das Krankheitsbild erlebt wird. Denn wenn Männer einmal leiden, dann kennt der Indianer kein Halten mehr. Frauen unterdrücken den Schmerz deutlich effektiver, was wahrscheinlich auch an tradierten Erfahrungen liegt. So war das überlieferte Frauenbild in der Vergangenheit geprägt von Verantwortung gegenüber der Familie.

Fiel die Frau aus, dann konnten daraus schnell große Probleme für die Familie entstehen. Hinzu kommt auch das Argument, dass Frauen gerade durch erlebte Geburten mit Schmerzen deutlich effektiver umgehen können. Man könnte also sagen, dass Frauen nur besser mit dem Schmerz umgehen können. Sind wir Männer also nur Jammerlappen, die, wenn Sie die Wechseljahre Mann erleben, noch einen drauf legen und aus dem Leiden nicht mehr herausfinden. Zum Glück für uns Männer hält die Forschung für uns ein paar wirkliche Überraschungen parat, die unsern Umgang mit der Männergrippe in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen.

Werbung
Hohmann Golf Berlin

HumorKachel mit Witz

Grippe oder grippaler Infekt – es trifft uns wirklich härter

Wir dürfen endlich mit gutem Grund leiden und unsere Partner dürfen uns mit gutem Grund bedauern. Schuld sind, wie so oft, wenn es um das allgemeine Wohlbefinden geht, natürlich die Hormone. Es ist nicht überraschend, dass Frauen einen höheren Östrogen-Spiegel haben und Männer einen deutlich erhöhten Testosteron-Spiegel. Das hat am Ende des Tages einen besonderen Effekt, denn das Östrogen stärkt die Entwicklung der spezifischen Abwehrzellen.

Damit schaltet das weibliche Immunsystem schneller auf Angriff, während das männliche System noch in Lethargie verweilt. Dann schleppen wir Männer noch ein evolutionäres Päckchen mit uns herum. Bekanntermaßen besitzen Frauen zwei X-Chromosome, Männer dagegen nur ein X- und ein Y-Chromosom. Blöd für uns Männer ist allerdings, dass auf dem X-Chromosom mehr Gene vorhanden sind, die sich mit der Immunabwehr beschäftigen. Wir sind also evolutionär

HumorKachel mit Witz

Werbung

betrachtet schon immer im Nachteil. Allerdings kann dieser Nachteil auch in bestimmten Situationen von deutlichem Vorteil sein. Denn die stärkere Immunabwehr kehrt sich immer dann ins Gegenteil um, wenn Autoimmunkrankheiten im Spiel sind. In diesen besonderen Fällen überreagiert das Immunsystem und führt zu schwersten Erkrankungen. Tatsächlich ist auch belegbar, dass Frauen häufiger mit solchen Erkrankungen zu kämpfen haben.

Unter dem Strich ist aber zu sagen, dass die subjektive Wahrnehmung der Krankheitssymptome stärker ist. Mit der Melange aus einem anderen Schmerzempfinden, einer unterschiedlichen Abwehrstrategie des Immunsystems und dem Umstand, dass Männer seltener zum Arzt gehen und insgesamt auch ungesünder leben haben wir eine Menge selber in der Hand, um der Männergrippe die Stirn zu bieten. Was sind aber die besten Strategien im Umgang mit einer Männergrippe?

Werbung

HumorKachel mit Witz

Wir haben es selbst in der Hand – wie bleibe ich gesund!

Mit zunehmendem Alter spielt die Gesundheit eine immer wichtigere Rolle. Gerade die Männergesundheit ab 55zig sollte uns allen am Herzen liegen. Viele Männer scheuen den Weg zum Arzt und sitzen ihre Leiden lieber aus. Das kann gutgehen, muss es aber nicht. Wir sollten vielmehr auf unseren Körper hören. Schmerzen sind primär nicht dazu gedacht uns den Tag zu vermiesen, sondern ein Signal des Körpers.

Wenn diese länger anhalten, dann sollte das für viele ein Grund sein, den Hausarzt wieder zu besuchen. Zusätzlich sollten alle Männer regelmäßige Vorsorgetermine wahrnehmen. Dass es hierbei auf Regelmäßigkeit ankommt, hat einen besonderen Hintergrund. Der Arzt wird immer eine Blutprobe entnehmen und diese auf eine Reihe von Werten überprüfen. Unregelmäßige Vorsorgeuntersuchungen führen am Ende dazu, dass Veränderungen in den Blutwerten nicht erkannt werden. Nur mit einer lückenlosen Historie lassen sich frühzeitig Veränderungen identifizieren und vielfach auch schlimmeres verhindern.

HumorKachel mit Witz

Werbung

Natürlich spielt auch die Hygiene eine wichtige Rolle. Frauen haben auch hier wieder uns Männern gegenüber einen „anerzogenen“ Vorteil, denn sie waschen sich im Vergleich zu Männern sage und schreibe dreimal häufiger am Tag die Hände. Dass damit Infektionen verhindert werden können, haben wir alle seit Corona bitter erfahren müssen. Dazu kommt auch, dass sich Frauen deutlich öfter impfen lassen. Auch an diesem Hebel können wir Männer also ganz einfach ziehen und schon geht es uns langfristig besser.

Einen ganz erheblichen Unterschied gibt es aber auch in der grundsätzlichen Lebensweise. Frauen achten mehr auf die eigene Gesundheit. Das beginnt mit einer anderen Ernährung und endet in deutlich mehr Bewegung. Hier können wir Männer uns eine Scheibe abschneiden, denn mit geringem Aufwand lässt sich der allgemeine Gesundheitszustand schnell und nachhaltig verbessern.

Dazu gehört die Einschränkung des Alkoholkonsums und regelmäßige Bewegung. Letzteres bedeutet aber nicht, dass jeder von uns ab morgen für einen Marathon trainieren muss. Wer sich viermal in der Woche eine halbe Stunde mit Spaziergängen bewegt gibt seinem Körper die richtigen Signale. Natürlich schadet es auch nichts, wenn es längere Spaziergänge werden, aus denen dann  

Werbung

Witz 14

regelmäßiges Lauftraining wird. Die Botschaft an dieser Stelle soll aber lauten, dass jede regelmäßige Bewegung dem Körper guttut. Insbesondere in der kalten Jahreszeit stärkt man darüber hinaus auch die Abwehrkräfte und sorgt auf diesem Weg dafür, dass das eigene Immunsystem schneller mit Virusattacken fertig wird.

Zum Schluss aber noch ein Kommentar mit Augenzwinkern. Trotz aller Bemühungen kann ein Mann eine Männergrippe bekommen. Wenn wir dann leiden, dann liebe Frauen lasst uns in Ruhe, gebt uns die Hoheit über die Fernbedienung, eine schnelle Internetleitung und versprechen euch, dass wir bei Netflix & Co. unsere Männergrippe garantiert auskurieren werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.